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Es war sehr heiß in diesen Augusttagen, und am Ufer der Moskwa und an den Teichen in den Parks, wo es zudem feucht war, wimmelte es von Mücken und unzähligen anderen aufdringlichen Insekten. An den Patriarchen-Teichen, wohin Klaus Riedel am zweiten Tag nach seiner Ankunft mit einem Botschaftskollegen zum Baden fuhr, konnte man sich vor Mücken kaum retten, und nur in der prallen Sonne ließen sie von einem ab. Das Wasser war abgestanden und trübe, grün wie ein Heuaufguss, und Riedels Kollege sagte, sie wollen es im Zoopark versuchen, dort gebe es noch saubere Stellen.
Als Klaus Riedel in Moskau angekommen war, kutschierte man ihn erst durch die halbe Stadt, bis man ein geeignetes Quartier gefunden hatte. In Berlin hatte man ihm gesagt, er würde in der Wohnung von Legationssekretär Kestner untergebracht, der zur Zeit im Urlaub sei. Sie lag ein paar Schritte hinter dem Puschkin Museum in einer Straße mit prächtigen Häusern. Aber mehr als die Fassade hatte Riedel nicht gesehen, denn der Kollege Werner Michaelis kam nach ein paar Minuten wieder heraus und meinte, da sei wohl was nicht genau abgestimmt worden, der Legationssekretär wäre zwar wirklich gerade nicht da, werde aber übermorgen zurückerwartet.
Michaelis setzte sich in den Wagen und rauchte in Ruhe eine Zigarette, dann bot er Riedel auch eine an, der lehnte dankend ab. "Sie rauchen also nicht", meinte er. "Nein", erwiderte Riedel und fragte "und wo kann ich nun übernachten?" Michaelis machte einen langen Zug, es waren englische Zigaretten. "Sind Sie müde?" fragte er dann. "Nein." "Ich kläre das sofort", murmelte der andere, ließ sich aber Zeit. Riedel bemerkte, dass er ständig in den Rückspiegel schaute. "Kennen Sie diesen Kestner?" fragte Riedel. "Flüchtig. Er war erst in Petersburg. Kennen Sie Petersburg?" "Nein." "Aber Sie waren doch schon in Russland, oder?" Riedel sagte: "Ja." Michaelis wollte sich eine zweite Zigarette anzünden, dann steckte er sie wieder ein. "Ich rufe in der Botschaft an, bin gleich wieder da." "Ist gut." Als Michaelis drin war, fuhr ein Auto langsam an Riedel vorbei und bog in die nächste Seitenstraße ein. Fünf Minuten später tauchte es hinter ihm wieder auf und hielt hundert Schritt entfernt am Straßenrand ...
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