Kallimachos

Hymnus auf Artemis


Hymnus auf Artemis  
 

Kallimachos wurde um 320 v.u.Z. in Kyrene geboren und starb nach 245 v.u.Z. in Alexandria. Er entstammt der Oberschicht Kyrenes, das seit 322 zum Herrschaftsbereich des Ptolemaios II. gehörte. Er kam als Hofpage nach Alexandria und hatte ein enges Verhältnis zum ptolemäischen Königshaus sowie zur berühmten Bibliothek von Alexandria. Obwohl Kallimachos ein umfangreiches Werk geschaffen haben soll, sind uns bis jetzt nur Fragmente davon überliefert. Die Hymnen blieben in Sammlungen antiker Autoren erhalten. Zu seinen Werken zählen die Aitien ("Ursprungssagen"), in denen Bräuche, Kulte und Namen der Geschichte des Mittelmeerraumes aufgezählt und deren Herkunft gedeutet werden. Darin ist Kallimachos vergleichbar seinem Zeitgenossen Apollonius von Rhodos. Formal sind die Aitien ein (geträumter) Dialog des Dichters mit den Musen. Ähnlich gehalten sind die Jamben, in denen auch, allerdings in strenger Versform, mythologische Inhalte überliefert werden. Zu den weiteren Werken zählen die Hekale (eine alte Frau, welche den Helden Theseus vor dessen Abenteuer umsorgt), und das Schimpfgedicht Ibis, das Ovid nachgedichtet hat. Außerdem kennen wir etwa fünfzig Epigramme des Dichters.

Von Kallimachos gibt es sechs Götterhymnen: der Hymnus auf Apollon, auf das Bad der Pallas Athene, auf Demeter, auf Zeus, auf Delos und auf Artemis.

Artemis ist die Tochter von Zeus und von Leto und die Zwillingsschwester von Apollon. Sie ist die Göttin der Jagd und des Bogenschießens und verkörpert durch ihre reine und ewige Jungfräulichkeit die innersten und edelsten Züge der Natur, der Fruchtbarkeit und der Jugend. Sie ist die Beschützerin der Tiere und lebt in Gesellschaft ihrer Gefährtinnen, den Nymphen, in der freien Wildnis. Die Nymphen sind allesamt Töchter des Okenaos, und als Begleiterinnen der Göttin müssen auch sie lebenslange Keuschheit wahren. Die Nymphe Kallisto verwandelte sie in eine Bärin, nachdem sie von Zeus geschwängert worden war. Den sterblichen Menschen verwehrt Artemis jeglichen Blick auf sie, den Aktaion machte sie zum Hirsch, weil er sie beim Baden beobachtet hatte. Sie ist eine mutige Kämpferin und vortreffliche Bogenschützin, die ebenso wie Ares von den Amazonen verehrt wurde. Gemeinsam mit Apollon tötete sie den Riesen Tityos, der ihrer Mutter Leto nachgestellt hatte. Auch die Kinder der Niobe mussten dran glauben, weil sie sich gegenüber Leto überheblich und spöttisch geäußert hatten. Ihre besondere Fürsorge gilt den Schwangeren.



Hymnus auf Artemis