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Eine Packung dieser Substanz reicht etwa für acht Spülungen, wobei die Menge für eine Spülung variieren kann und abhängig ist von der Schwere der Erbkrankheit und der Größe der Mundhöhle. Die britischen Wissenschaftler haben dafür den Terminus "Spülvolumen" gefunden, der nach einer komplizierten mathematischen Formel berechnet wird, die unter anderem von der Breite und Höhe der Mundhöhle abhängig ist. Geht man davon aus, dass in der medizinischen Forschung zur Zeit etwa fünf wichtige Erbkrankheiten von Interesse sind, reicht eine Spülpackung für ein differenziertes Krankheitsbild völlig aus. Es stehen dann noch etwa drei weitere Spülungen für individuelle Krankheiten (außer Erbkrankheiten!) zur Verfügung.
Übrig gebliebene Spülungen müssen nicht weggekippt werden, sondern können bis zum Verfallsdatum, längstens aber bis zum Lebensende, in der Hausapotheke aufbewahrt werden. Die Spülflüssigkeit sollte in der Originalflasche verbleiben und nicht umgefüllt werden, um einen missbräuchlichen Zugriff durch Kinder zu verhindern. Auch alte Familienangehörige haben oftmals ein dringendes Bedürfnis, ihre Lebenserwartung zu erfahren. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang auch von "Torschlusspanik". Diese Personen dürfen auf keinen Fall von dem Spülmittel Gebrauch machen, denn sie vertun sich in der Dosierung und nehmen meistens zu viel.
Die britischen Wissenschaftler haben jedoch festgestellt, dass es sich hinsichtlich der Dosierung um einen sogenannten umgekehrt proportionalen Effekt handelt. Mit anderen Worten: je mehr Spülmittel verwendet wird, umso kleiner ist das angezeigte Ergebnis. Nun kann man sich leicht vorstellen, welche fatale Auswirkung das bei einer altersschwachen Person für die Familienangehörigen haben kann. Wenn sich dabei auch noch der Befund einer Erbkrankheit bestätigt, kommt es in der Regel zu schweren depressiven Folgen. Wissenschaftler sprechen hier von einer "Self-Fullfilling-Prophecy-Reaction", abgekürzt S.F.F.P.R.. Deshalb ist es in diesen Fällen angeraten, die Spülflüssigkeit in eine neutrale Flasche umzufüllen, auch wenn diese Methode in medizinischen Fachkreisen umstritten ist.
Jeder Mensch stellt sich irgendwann im Laufe seines Lebens die Fragen "Wie alt werde ich?" und "Welche Erbkrankheiten habe ich?" In der Regel tauchen diese Fragen zum erstenmal nach dem vierzehnten Geburtstag auf, bei Mädchen meistens etwas früher. Mit dem neuen Gentest aus der Sunday Times können diese Fragen schnell und einfach beantwortet werden. Außerdem kostet er nicht die Welt. Trotzdem sollten die Eltern darauf achten, dass ihre Kinder nicht das ganze Taschengeld für einen solchen Gentest und das dazu erforderliche Spülmittel verwenden. Denn bei aller Wichtigkeit der zu erwartenden Antworten gibt es auch noch andere Dinge, an die gedacht werden muss, zum Beispiel an das Futter für die Meerschweinchen, für das das Kind meistens selbst verantwortlich ist. Auch in den wenigen Fällen, wo das Meerschweinchen selbst für sein Futter verantwortlich ist, kann wenigstens die Hälfte des Geldes gespart werden. Das fehlende Geld für den Kauf des Gentests kann sich das Kind durch Aushilfsarbeiten, wie zum Beispiel Etikettierung der Waren im Supermarkt verdienen.
Wie die britischen Wissenschaftler schreiben, werden bei der Spülung winzige Teilchen von den Innenseiten der Wangen abgelöst. Dies ist weder schmerzhaft noch gesundheitsschädlich, denn nur ein Teil dieser Teilchen wird für den Gentest benötigt. Der andere Teil ist meistens sowieso nicht unmittelbar Bestandteil der Wangen, sondern hat sich nur im Laufe der Zeit dort ab- beziehungsweise angelagert. Viele der Substanzen, die wir durch den Mund einnehmen, gelangen gar nicht in den Körper, sondern setzen sich bereits in der Mundhöhle ab. Das merkt man zum Beispiel bei Kindern, die sich jahrelang nicht die Zähne geputzt haben und irgendwann Schwierigkeiten beim Sprechen bekommen, weil sich zu viele Teilchen oder "Partikel" in der Mundhöhle befinden. Diese Kinder neigen oft dazu, wenig zu sprechen, sie werden "mundfaul", wie der Mediziner sagt.
Die mangelnde Kommunikation führt dann zwangsläufig zu einer sozialen Isolation, denn das Kind wird auch nicht mehr von anderen angesprochen, höchstens von fremden Männern. Wenn sich allerdings eine manifeste Schweigsamkeit herausgebildet hat, ist es spätestens an der Zeit, den Gentest durchzuführen, um zum einen festzustellen, ob es sich eventuell um eine Erbkrankheit handelt und zum anderen, wie lange dieser Zustand noch andauern wird.
Eltern sollten darauf achten, dass ihr Kind in seinem gesunden Wissensdrang den Gentest nicht zuerst bei den Meerschweinchen ausprobiert. Praktisch ist das zwar möglich, aber wissenschaftlich nicht vertretbar. Die genetische Veranlagung von Meerschweinchen unterscheidet sich von der des Menschen so erheblich, dass es unvernünftig wäre, die Spülflüssigkeit dafür zu vergeuden. Natürlich kann man einwenden, dass im Beipackzettel der Hinweis "Für Meerschweinchen nicht geeignet" fehlt, aber dann stellt sich immer noch die Frage "Will ich wirklich wissen, welche Erbkrankheiten mein Meerschweinchen hat?" Man sollte es mit den gesundheitlichen Fragen auch nicht übertreiben, sonst wird man nur ganz unsicher.
Die für die Spülung wichtigen Teilchen der Wangeninnenseiten unterteilen sich wiederum in Hauptpartikel und Nebenpartikel. Die Hauptpartikel sind jene, die in der wieder ins Glas zurück gespuckten Spülflüssigkeit zuerst herabsinken, denn sie sind größer und schwerer als die anderen. Die Nebenpartikel bleiben entweder an der Oberfläche, wo sie meistens einen streng riechenden, gelblichen Schaum bilden oder sie schweben auf halber Höhe. Manchmal sind die Nebenpartikel auch so klein, dass man kaum entscheiden kann, ob sie sich in der Spülflüssigkeit befinden oder an den Wangeninnenseiten kleben geblieben sind.
Oh, ich bitte um Entschuldigung! Es muss hier natürlich "Hautpartikel" und nicht "Hauptpartikel" heißen. Die Unterscheidung ist sehr wichtig, denn sie betrifft zum einen die stoffliche Beschaffenheit und zum zweiten die Bedeutung für das Testverfahren. Natürlich sind alle Hauptpartikel auch Hautpartikel, das gilt aber nicht umgekehrt. Beide besitzen wiederum bestimmte Erbfaktoren, die wie der Name schon sagt, in eine komplizierte mathematische Formel einfließen, für die der Platz hier zu klein wäre, um sie aufzuschreiben. In einem elektronischen Schultaschenrechner kann die Formel dauerhaft gespeichert werden (Beim Batteriewechsel auf Datenverlust achten!) Denn wie die Wissenschaftler in der Sunday Times betonen, müssen diese Erbfaktoren schnell untersucht werden. Das liegt daran, dass sie sich normalerweise auf den Hautpartikeln in der Mundhöhle aufhalten und am Tageslicht, dem sie dann ausgesetzt sind, sehr rasch verblassen.
Übrigens sollten die Eltern auch darauf achten, dass das Kind bei der Etikettierung der Waren im Supermarkt nicht in einem unbeobachteten Moment das Meerschweinchenfutter mitgehen lässt, um den dafür veranschlagten Betrag des Taschengeldes für andere Sachen zu verwenden. Es empfiehlt sich, vorher mit dem Verkaufsstellenleiter abzusprechen, in welchem Warenbereich das Kind eingesetzt werden kann. Notfalls muss man eben durch geeignete Maßnahmen verhindern, dass es zum Meerschweinchenfutter vordringen kann.
Leider ist der Gentest noch nicht so ausgereift, dass mit einer einmaligen Spülung alle Krankheiten abgedeckt werden können. Es gibt immer noch solche Krankheiten, die eine erneute Spülung erfordern, und andere, die mit einer einmaligen Spülung nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden können. Deshalb kann man die drei übrigbleibenden Spülungen einer handelsüblichen Packung getrost auf die folgenden Tage verteilen. Nur wenn dies in Anbetracht der ermittelten Lebenserwartung unsinnig wäre, kann man den Rest auch verschenken.
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