| Alexander Fuchs : Literatur | |
| Mary Walden |
| Nach der Wende |
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| Dr. Karl May gewidmet | |
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Gegen drei am Nachmittag klingelte es an der Wohnungstür, und da standen Janette und die Kleine, die das bunte Köfferchen in der Hand hielt, und Gerhard Ziegler wusste schon, was Janette will.
"Ist mir wirklich peinlich, Gerd", sagte sie mit bittender Stimme, die, wie immer in diesem Fall, auch ein wenig schmeichelnd klang, "können Sie vielleicht noch einmal auf Mandy aufpassen? Nur bis heute abend." "Meinetwegen", brummte er, "komm' rein, mein Spatz." Und er ließ sie unterm Arm, mit dem er der Tür einen Stupser gab, durchschlüpfen.
Mandy marschierte wortlos, auch wie immer, ins Wohnzimmer. "Ich danke Ihnen tausendmal, Gerd. Sie hat ihre Spielsachen in dem Koffer." "Hab' ich mir gedacht." (Sie kam jedesmal mit dem Köfferchen.) "Ach, und geben Sie ihr kein Bier zu trinken", lachte Janette, schon halb auf der Treppe, und machte eine Kopfbewegung auf seine rechte Hand. Er hatte es nicht für nötig gehalten, die Flasche abzusetzen. "Ist schon gut."
Dann ging er doch zuerst in die Küche und stellte die Flasche neben die Spüle. Mandy hatte sich auf die Kante von der Couch gesetzt und das Köfferchen auf dem niedrigen Glastisch vor sich aufgeklappt. Sie nahm eins von den Bilderbüchern heraus, die alle von einem kleinen Hund namens "Romero" handeln, dieses hatte den Titel "Romero hat Geburtstag". "Buch angucken", sagte Mandy und hielt es ihm hin.
Um halb acht legte er Mandy ins Bett, wo sie plötzlich anfing, Lieder zu summen, dann aber bald einschlief. Das Ehebett war viel zu groß. Gerhard hatte zum Abendbrot für jeden ein Paar Wiener Würstchen heiß gemacht, glücklicherweise hatte er immer irgendeine Konserve im Vorrat. Als Mandy eingeschlafen war, ging er in die Küche, machte sich eine weitere Flasche Bier auf und aß, mit dem Hintern an die Spüle gelehnt, im Stehen die restlichen Wiener.
Dann hörte er Stimmen im Treppenhaus, die von Janette und eine männliche, sie waren beide angeheitert, sie verschwanden lachend in Janettes Wohnung.
* * * * *
Oberleutnant Gerhard Ziegler war Mitarbeiter der Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik gewesen, die kurz DDR genannt und auch, niemals allerdings im eigenen Land, während der vierzig Jahre, die sie existierte, als Ostdeutschland bezeichnet wurde.
Ziegler war fünfundvierzig zu dem Zeitpunkt, als die DDR in der Abfallgrube der Geschichte unterging, eine Abfallgrube, die unermesslich groß und tief ist und in der ganze Reiche und Völker und mit ihnen zahllose wohldurchdachte Utopien von einem glücklicheren Zusammenleben der Menschen unwiederbringlich versunken sind.
Oberleutnant Gerhard Ziegler war mittelgroß von Gestalt, in seiner Jugend hatte er bei der Sportgemeinschaft Dresden Johannstadt Leichtathletik trainiert, vorwiegend Weitsprung und Hundert Meter Lauf. Jetzt hatte er einen deutlichen Bauch (aber keine "Wampe"), und beim Fußballspiel, das unter Kollegen von Zeit zu Zeit veranstaltet wurde, musste er zwischendurch immer wieder verschnaufen, weil ihm die Puste ausging.
Äußerlich sah er eher jünger aus, er hatte volles, dunkelblondes, links gescheiteltes Haar, kaum ein Fältchen um die Augen und sehr gepflegte Hände, die allerdings (sein Vater war Maschinenschlosser gewesen) etwas klobig waren. Wenn er, zum Beispiel bei einer Geburtstagsfeier, anderen Personen Kaffee in die dargereichte Tasse einschenken sollte, oder wenn er in einem Restaurant den Suppenlöffel zum Mund führte, begann er zu zittern, er konnte sich darauf einstellen, es geschah immer im selben Moment.
Das war umso verwunderlicher, als er im Grunde ein gesundes Selbstvertrauen besaß und die Dinge ganz spontan immer dort anpackte, wo man sie im Griff hatte. Er war auch, konnte man mit Fug und Recht behaupten, überdurchschnittlich intelligent, jedoch vermochte er technische Zusammenhänge immer besser zu durchschauen als zwischenmenschliche, wo es ihm, wie er sich selbst eingestehen musste, mitunter schwerfiel, einschätzen zu können, ob jemand die Wahrheit sagte oder nicht. Aber wer vermag dies immer zweifelsfrei festzustellen?
Oberleutnant Ziegler hatte seit seinem Eintritt in die Nationale Volksarmee (im Wachregiment Dzierzynski, einer Art Elite Einheit) und während seiner späteren beruflichen Karriere bei der Stasi, wie die Organe der Staatssicherheit, von denen es eine Unmenge Abteilungen gab, gemeinhin genannt wurden, seinen Dienst stets mit hoher persönlicher Einsatzbereitschaft und mit großem Pflichtgefühl gegenüber seinem sozialistischen Vaterland versehen, was ihm mehrfach gedankt worden war, unter anderem durch diverse Orden und Auszeichnungen, worunter ihm am liebsten eine Uhr aus der Glashütter Manufaktur war, auf deren Deckel eine Widmung "Für besondere Verdienste bei der Erfüllung des sozialistischen Kampfauftrages" eingraviert war.
Er bekam sie anlässlich der Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Gründung der DDR in Berlin vom Minister persönlich überreicht, der ihm dabei kameradschaftlich auf die Schulter klopfte und sagte "Immer wachsam bleiben, Genosse Ziegler! Damit ich mich auch in Zukunft auf unsern Posten im schönen Elbflorenz verlassen kann."
Die Veranstaltung war beeindruckend, und Lothar Michailek, sein Kollege, der ebenfalls ausgezeichnet worden war, sprach von einem erhebenden Augenblick. Es gab ein Buffet, wie es keiner von ihnen jemals zuvor gesehen, geschweige denn, sich daran bedient hatte. Er brauchte lange, um hinterher Monika, seiner Frau, alles aufzählen zu können, was da auf der üppigen Tafel prangte, und manches davon, vor allem bei den exotischen Früchten, konnte er nur äußerlich beschreiben, denn er wusste gar nicht genau zu sagen, woher es stammt und worum es sich handelt.
* * * * *
Gegen halb zehn, er hatte das dritte oder vierte Bier vor sich auf dem Küchentisch stehen, klopfte es, und er wusste, daß es Janette ist. Er ging, diesmal ohne Bierflasche, zur Tür und machte auf. "Hallo Gerd, kann ich reinkommen?" "Klar." Er ging vor ihr her ins Wohnzimmer. "Die Kleine schläft." "Oh, das ist gut. Tut mir leid, ich konnte nicht eher kommen." Sie sah ein bisschen durcheinander aus. "Ist schon in Ordnung." "Haben Sie was zu trinken da? Aber kein Bier." "Einen Johnnie Walker kann ich Ihnen anbieten." "Das ist dieser Whisky?" "Ja." "Och nee, das ist nichts für mich. So'n teures Zeug trinken Sie?" "Ist aus der Tschechei, vom Fidschi Markt." "Fahren Sie da öfter hin?" "Manchmal." "Kann ich doch'n Bier haben?" "Klar. Macht's Ihnen was aus, wenn wir uns in die Küche setzen?" "Nein, gar nicht."
Sie setzte sich hin, ließ den Latschen vom rechten Fuß fallen und zog das Bein hoch auf den Stuhl, dann schüttelte sie ihre langen dunklen Haare und fuhr mit der Hand darin herum, als sollten sie sich dadurch vermehren. "Darf ich rauchen?" Sie nahm den Fuß wieder vom Stuhl, streckte die Beine und angelte aus der Tasche ihrer ziemlich engen Hose ein schmales Etui. "Nichts dagegen, aber ich hab' keinen ... warten Sie ..." Er holte aus dem Schrank über der Spüle eine Untertasse. "Nehmen Sie die." "Danke."
Mit der Zigarette zwischen den Lippen fragte sie lachend "Ach, Gerd, ich bin unmöglich, haben Sie auch noch Feuer?" "Natürlich." Er zog eine Schublade auf und gab ihr daraus ein Feuerzeug. Sie zündete sich die Zigarette an, nahm einen hastigen Zug, blies den Rauch hörbar nach oben aus und legte das Feuerzeug auf ihr Etui.
"Wissen Sie, was ich mich schon die ganze Zeit über frage, Gerd?" "Nein. Was?" "Warum wir uns nicht einfach duzen." "Ja, da spricht eigentlich nichts dagegen." Sie nahm einen tiefen Zug und dann knipste sie mit ihren langen, bemalten Fingernägeln. "Es spricht doch eigentlich nichts dagegen, oder?" "Nein. Ich heiße Gerhard, also Gerd." Sie hob ihre Bierflasche zum Anstoßen. "Janette." Das Glas schlug tonlos gegeneinander.
"Oh Gott", sagte sie und drehte sich um, "hoffentlich wecken wir Mandy nicht mit unserm dussligen Gequatsche." "Ich hab' die Tür angelehnt." "Das ist gut, mach' ich auch immer, wenn sie schläft." Dann schien sie zu überlegen. "Schläft sie jetzt in Ihrem ... ich meine, in deinem Bett?" "Ich hab' doch das Ehebett noch." "Ach so, na klar. Ich bin blöd." Sie drückte die Zigarette aus, und nach einer Weile rauchte sie die nächste.
"Eine schicke Uhr hast du", sagte sie. "Ach komm, Janette, die kennst du doch schon." "Trotzdem ist sie schick." "Hab' ich verliehen bekommen." "Geliehen? Ich denke, die haben sie dir geschenkt." "Verliehen sag' ich, so wie Ordensverleihung." "Ja genau. Da steht auch was hinten drauf, stimmt's?" "Ja." "Sowas wie: Damit du immer an uns denkst?" Er machte das Armband auf und gab ihr die Uhr. Sie versuchte, die Gravur zu entziffern, dann wog sie sie in der Hand. "Ganz schön schwer." "Es ist eine Halbautomatik, da ist ein Schwungrad drin." Janette musste lachen. "Habt ihr sowas früher gebraucht?"
* * * * *
Wenn Gerhard Ziegler zurückschaute in Gedanken, so hatten den stärksten Eindruck in ihm der Tag und die Stunde seiner Vereidigung als Soldat der Nationalen Volksarmee hinterlassen, und die unvergessliche Zeremonie am Treptower Ehrenmal für die Opfer des Krieges und des Faschismus war durch kein anderes erhebendes Ereignis und Erlebnis übertroffen worden, jedenfalls nicht bis heute.
Er hat später einmal bei einer Veranstaltung mit Jugendlichen in der Erich Weinert Schule in Dresden Mitte bekannt, dieser kalte, aber sonnenklare Novembertag des Jahres 1965 habe in ihm die feste Überzeugung reifen lassen, von nun an sein Leben und seinen Dienst dem Aufbau des Sozialismus zu widmen, und er könne ihnen, den Schülern der POS Erich Weinert nur dringend raten, daß sich "jeder von euch möglichst bald über seinen Platz in unserer Gesellschaft bewusst wird, und daß die Jungs auch bereit sind, durch ihren Ehrendienst bei der NVA einen Beitrag zur Stärkung und zur jederzeitigen Verteidigung unserer Republik gegen alle Angriffe des Imperialismus zu leisten. Denn ...", so hatte Ziegler mit einem gutgemeinten, aber entschiedenen Schmunzeln hinzugefügt, "... ihr wisst ja, was am Hochhaus am Pirnaischen Platz in großen Lettern steht: Der Sozialismus siegt. Aber er siegt nicht von allein, sondern wir alle müssen ihn zum Sieg führen." Am Ende dieser Veranstaltung bedankte sich, im Namen der Klasse, eine Schülerin in Jeans und FDJ Hemd für den interessanten Vortrag und überreichte ihm einen Strauß Astern, der sich zu Hause in der Vase fast zwei Wochen hielt.
Seine eigene "Feuerprobe", wie er es nannte, hatte der junge Leutnant Ziegler 1968 in der Tschechoslowakei bestanden, als er an der Seite der sowjetischen Streitkräfte in Prag die Konterrevolution niederschlug, die von westlichen Ideologen "Prager Frühling" genannt wurde, eine Bezeichnung, die, wie er es ausdrückte: mit wohlklingenden Worten die brutale Fratze des Imperialismus schönmalen sollte; denn daß jene Unruhen vom Westen eingefädelt und angeheizt wurden, daran bestand für ihn kein Zweifel.
Persönlich ging es für Gerhard Ziegler in dieser Zeit nur bergauf in dem Sinne, daß sein Leben auf ein immer höheres materielles und geistiges Niveau angehoben wurde, ganz so, als würde sich die Theorie des Marxismus Leninismus, wie sie in den Büchern der Klassiker stand, bewahrheiten. Und später, eigentlich lange schon vor der sogenannten Wende, sagte er manchmal zu sich selbst, die siebziger Jahre seien vielleicht seine besten gewesen.
Mit seiner Frau Monika und der fünfjährigen Tochter Kathrin bezog er eine Neubauwohnung in Dresden Prohlis, einem Stadtviertel, das komplett neu erbaut wurde und lange als ein Muster für den Wohnungsbau in der neuen Gesellschaftsordnung der Menschheit galt. Drei Zimmer (Küche und Bad nicht mitgezählt), Balkon und Keller, warmes Wasser und Fernheizung, das alles für 56 Mark Miete im Monat, wer hätte das nicht zu schätzen gewusst! Dazu ein Kindergartenplatz für Kathrin, nur ein paar Schritte entfernt von der Schule, in der Monika als Unterstufenlehrerin arbeitete.
Er selber musste allerdings tagtäglich über die Elbe hinüber auf die Bautzener zur Dienststelle, was aber insofern ein leichtes war, als er einen Dienstwagen, einen Wartburg Tourist fuhr, den er natürlich auch zu privaten Zwecken nutzen durfte. Übrigens wussten einige seiner Nachbarn, daß er in der Stasi Zentrale tätig war, die meisten aber nicht, jedenfalls nahm er das an. Wie ja überhaupt sehr viele Städter nur geringe Ahnung von dem weiträumigen Komplex dort am Elbuferhang hatten; und das war auch gut so.
* * * * *
"So ein Arsch", fauchte Janette und zündete sich die nächste Zigarette an. "Hast du vielleicht noch'n Bier für mich." "Eine Flasche ist noch da." "Wollen wir uns die teilen? Ich bring' dir morgen zwei neue." Er stellte ihr ein Bierglas mit einem Brauerei Emblem hin und schenkte ein. "Danke, Gerd." "Wen meinst du?" "Was?" "Wer ist ein Arsch?" "Der Kerl, der vorhin da war."
"Ich dachte, ihr hattet Spaß miteinander." "Ja, aber darum geht's doch gar nicht! Das ist es ja grade: die wollen alle immer nur poppen ..." "Was?" "Poppen, hier, das hier! Mensch Gerd, jetzt sag' mir nicht, du weißt nicht, wovon ich rede." "Ja, klar. Aber zu meiner Zeit haben wir's anders genannt." "Schon möglich, aber bestimmt nicht anders gemacht!"
"Meine Frau hat mich jedenfalls nie einen Arsch genannt." Janette stieß einen kurzen Lacher aus, es klang ein bisschen beleidigt. "Vielleicht solltest du dich auch erstmal mehr um die Kleine kümmern, bevor du ..." "Was soll das denn heißen?" fuhr sie auf. "Nur, weil ich jetzt bei dir 'n Bier schlauche ... und außerdem: du bist ja auch nicht der Allerbeste, was Kindererziehung angeht, oder?"
Gerhard schluckte, Janette sah, daß es ihn tief getroffen hatte. "Tut mir leid, Gerd, ich hab's nicht so gemeint, okay?" Sie legte ihre Hand auf seine, er sah ihre Fingernägel mit den winzigen goldenen Sternchen auf blauem Untergrund. "Ist schon gut." Sie schwiegen eine Weile, dann sagte er "Vielleicht ziehe ich bald hier aus." "Was? Aber wieso denn?" "Ist zu groß hier für mich, kann ich jetzt nicht mehr halten, verstehst du."
Sie schaute sich um. "Och nee, Gerd, das kannst du doch nicht machen. Kannst mich doch nicht allein lassen, ich kenn' doch hier niemand!" "Jetzt jammer' nicht rum. Wenn es nun mal so ist." "Wie groß ist die Wohnung eigentlich? Ich meine so größenmäßig." Er sagte es ihr. "Und wieviel bezahlst du jetzt?" Er nannte ihr die Summe.
Janette sagte "Ich hab' gehört, bei denen, die neu hier einziehn, berechnen sie dreißig Prozent mehr bei manchen." "Dreißig Prozent wovon?" "Na von der normalen Miete, was weiß ich, jedenfalls zahlen manche doppelt so viel, seitdem die Stadt die Wohnungen privat verkauft hat." "Das ist sicher auch noch nicht das Ende der Fahnenstange." "Welche Fahnenstange?" "Das wird auch künftig noch ansteigen."
Sie überlegte, dann sagte sie "Wenn jetzt mal angenommen jemand von einer Wohnung in eine andere zieht, also im Haus selber, könnten die dann bei dem auch das Doppelte verlangen?" "Du meinst, wenn du meine Wohnung übernimmst?" "Nur mal angenommen, ich meine, falls du wirklich ausziehst." Gerhard zuckte mit den Schultern. "Wenn du ihnen meinen Mietvertrag unter die Nase hälst, dann können die nicht einfach x-beliebig mehr verlangen." "Würdest'e das machen?" "Was?" "Daß ich denen deinen Mietvertrag unter die Nase ..."
Draußen hupte es plötzlich mehrmals. "Wer ist das denn?" rief Janette und sprang auf. "Kann ich mal bei dir aus'm Fenster gucken?" "Ja klar, aber fall' nicht raus." Es hörte nicht auf zu hupen. Sie zog die Gardine beiseite und öffnete das Fenster. "Ach du Scheiße. Was soll das, du Idiot! Du weckst alle Leute auf!" Von unten rief ihr eine Männerstimme etwas zu. "Ja", rief Janette zurück, "aber hör mit dem verdammten Gehupe auf!" Der Mann gehorchte.
Sie schloss das Fenster und zog die Gardine wieder vor. "Weißt du Gerd, ich wollte dich vorhin schon fragen, ob es nicht besser wäre, wenn wir Mandy heute ausnahmsweise hier schlafen lassen. Wenn ich sie jetzt wecke, dann ..." "Ja, ja, ist schon gut." Sie gab ihm einen Schmatzer auf die Wange. "Bist'n echt feiner Nachbar!"
Man hörte in ihrer Wohnung die Klingel Sturm läuten. "Oh, der ist sowas von aufdringlich." "Ist das der von vorhin?" Sie antwortete nicht, schob die Zigaretten und das Feuerzeug in die Hosentasche und eilte zur Tür. "Hat wohl was gutzumachen", sagte sie noch.
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