Mark Ponzio

Ein Besuch beim König


 
 
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JEAN RACINE (1639 - 1699) schrieb das Trauerspiel "Phädra" 1676. Es wurde ein Jahr später in Paris uraufgeführt. Das Stück behandelt einen antiken, mythologischen Stoff:

Phädra, die Frau des Theseus, verliebt sich in ihren Stiefsohn Hippolyt und geht an dieser Liebe zugrunde.

FRIEDRICH SCHILLER hat in einer seiner letzten literarischen Arbeiten das Stück aus dem Französischen übersetzt. Vielleicht haben ihn die Motive der Vater - Sohn Beziehung und das Verhältnis zwischen Hippolyt und seiner Stiefmutter berührt (beides hat Schiller ebenfalls in seinem "Don Carlos" gestaltet).

Wahrscheinlich hat ihn zur Übersetzung nicht nur die Tatsache bewogen, dass "Phädra" zu den bekanntesten und erfolgreichsten Theaterstücken der zurückliegenden Zeit gehörte, sondern die künstlerische Qualität der Dichtung selbst. Sie zeichnet sich aus durch eine bündige Figurenkonstellation und eine zügige Dramaturgie. Racine konzentriert sich aufs Wesentliche und vermeidet jede Schnörkelhaftigkeit, wie sie sonst in der barocken Kunst oft vorkommt. An manchen Stellen im Verlauf hat das Stück eine Art Schnitt wie im modernen Film, wo Handlung und Ereignisse im Hintergrund ablaufen und der Zuschauer das Nichterlebte im Geiste ergänzt.

Bereits in der Antike wurde der Sagenstoff von EURIPIDES in seinem Stück "Hippolytos" gestaltet. Racine und Euripides zeigen, wie man dieselbe Vorlage in ganz verschiedener künstlerischer Weise in vollkommenes Theater verwandeln kann.

"Ein Besuch beim König" greift den antiken Sagenstoff auf.

»   hier gibt es eine Zusammenfassung und Übersicht über das Stück "Phädra"



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