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Erste Szene
Zimmer im Haus der Wassilissa. Die Mutter liegt im Sterben. Abgedunkelter Raum, in der Mitte ein Bett. Am Kopfende zwei schlichte Leuchter mit Kerzen. Am Fußende drei schwarzverhüllte alte Weiber im Trauersingsang. An der Seite sitzt Wassilissa in stiller, gebeugter Haltung auf einem einfachen Holzstuhl; von der sterbenden Mutter in den Kissen sieht man nichts. Nach einer Weile streckt die Mutter zitternd einen Arm zu Wassilissa, welche ihre Hand ergreift. Die Klageweiber sind plötzlich stumm.
MUTTER schwach : Wassilissa, mein Töchterchen, ich werde nun sterben.
WASSILISSA schluchzt : Mutter!
MUTTER : Es ist gut. Sei nicht traurig. (Pause. Die Klageweiber setzen wieder kurz ein und verstummen abermals.) Du weißt, dass ich dir nichts vererben kann, außer ...
WASSILISSA : Die schönen Erinnerungen.
MUTTER : Ja. (Pause. Noch kürzeres Jammern der Klageweiber.) Und ... das da. (Sie zieht ihre Hand aus Wassilissas und weist auf eine Tasche, die halb unters Bett geschoben ist.)
WASSILISSA ihre Geste deutend : In der Tasche?
MUTTER winkt bestätigend mit der Hand : Das ist alles.
Wassilissa holt aus der Tasche eine Puppe hervor. Sie ist nicht besonders schön, doch Wassilissa freut sich sehr darüber. Die Weiber murmeln monoton.
WASSILISSA : Die Puppe.
MUTTER : Ich habe dir viel über sie erzählt. Sie wird dir immer helfen, wenn du nicht mehr weiter weißt.
WASSILISSA küsst die Hand der Mutter : Danke, Mutter.
Die Mutter nimmt langsam ihre Hand zurück. Von rechts kommt leise der Vater. Die Weiber setzen ihren Singsang fort. Wassilissa, mit der Puppe im Arm, steht langsam auf und geht zu ihm. Sie schauen sich noch einmal zur Mutter um, wo allmählich alles im Dunkeln versinkt, und entfernen sich dann.
Die Szene geht über in die Zweite Szene.
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