| Friederike Haller Vormarsch und Rückzug |
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| Eine traurige Geschichte aus dem napoleonischen Krieg | |
| Erzählung | |
| Kurzer Überblick über die historischen Ereignisse während der napoleonischen Zeit |
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| Kurzer Überblick
über die historischen Ereignisse während der napoleonischen Zeit |
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Am 14. Juli 1789 erstürmt eine Volksmenge in Paris die Bastille, eine alte Festung, die als Gefängnis dient. Es ist der Beginn der Französischen Revolution, in deren Verlauf und Folge sich in Europa die modernen Nationalstaaten herausbilden. Napoleon Bonaparte, der auf Korsika geboren wurde, ist zu diesem Zeitpunkt zwanzig Jahre alt und hat seine militärische Laufbahn bereits begonnen.
In Paris wird die „Déclaration des droits de l'homme et du citoyen“, die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte verfasst. Der König Ludwig XVI. regiert weiter in der Konstitutionellen Monarchie, aber 1792 wird unter Führung Dantons die bisherige Nationalversammlung durch einen neugegründeten sog. Konvent ersetzt, der König muss abdanken und wird bald darauf hingerichtet. Frankreich wird zur Republik. Die Staaten Europas, allen voran das Königreich Preußen sowie das Habsburgerreich Österreich verbünden sich gegen Frankreich und führen den ersten Koalitionskrieg; später kommen u.a. England, Spanien, Holland hinzu. Die Koalitionsarmee steht unter der Führung des Herzogs von Braunschweig, der jahrelang Oberbefehlshaber bleibt. Obwohl die Armee der Franzosen mangelhaft organisiert ist, gelingt ihnen bei Valmy ein entscheidender Sieg. Johann Wolfgang von Goethe hat an dieser Schlacht bei Valmy an der Seite seines Weimarischen Herzogs teilgenommen und die Ereignisse in seinem Buch „Kampagne in Frankreich“ geschildert. Die folgenden Jahre sind gekennzeichnet durch ständig neue Kriege, Friedensschlüsse, wechselnde Bündnisse und Machtverschiebungen zwischen den europäischen Staaten, wobei Frankreich, Preußen, Österreich, England und Rußland die Hauptrollen spielen. In der jungen französischen Republik beginnt nach 1793 die Herrschaft der Jakobiner mit ihrem berühmtesten Vertreter Robespierre. Die Jakobiner richten den sog. Wohlfahrts- und Sicherheitsausschuss ein, mit dem die Tyrannei mit ihren zahlreichen Verhaftungen und Hinrichtungen organisiert wird. 1794 fallen Robespierre und seine Freunde selbst der Revolution zum Opfer. Es entsteht eine Direktorialregierung, kurz Direktorium genannt, die nach dem englischen Vorbild aus zwei gesetzgebenden Kammern (Rat der Alten; Rat der Fünfhundert) besteht und der fünf Direktoren vorstehen. Sie hält sich bis 1799. Fern von Paris marschiert Napoleon für Frankreich von einem Sieg zum nächsten. Nach der Belagerung von Toulon (1793) hatte er bereits große militärische Anerkennung erworben, dann waren es seine Feldzüge in Italien und Österreich, welche ihn zu dem großen General machten, als der er einige Zeit später in Paris eintreffen wird. 1796 übernimmt Napoleon das Oberkommando über die italienische Armee; 1797 bewirkt er den Frieden von Campo Formio zwischen Frankreich und Österreich, durch den die linksrheinischen Gebiete an Frankreich fallen. Nach seiner Expedition nach Ägypten, wo er durch den englischen Admiral Nelson eine Niederlage erleidet, kehrt er nach Frankreich zurück und stürzt am 9. November 1799 die Direktorialregierung in Paris. Napoleon übernimmt die Alleinherrschaft und wird Erster Konsul, fünf Jahre später verwandelt er die Republik in ein Kaiserreich und krönt sich zum ersten Kaiser der Franzosen. Im selben Jahr 1805 bricht ein weiterer Koalitionskrieg aus, in dem sich England, Österreich, Rußland und Schweden gegen Frankreich verbünden. Preußen versucht neutral zu bleiben. Seit 1797 ist Friedrich Wilhelm III. König von Preußen. Er entstammt wie seine Vorgänger dem Haus Hohenzollern. Er heiratete 1793 Luise von Mecklenburg-Strelitz, die als Königin von Preußen an der Seite ihres Mannes in der Zeit um 1800 eine hervorragende Rolle spielt. Noch 1805 dekorieren sich Friedrich Wilhelm und Napoleon gegenseitig mit Orden, dem Orden der französischen Ehrenlegion bzw. dem Ritter des Schwarzen Adlerordens. Rußland will nach dem Ausbruch des Koalitionskrieges von Preußen ein Durchmarschrecht für seine Truppen. In Rußland regiert seit 1801 der Zar Alexander I. aus dem Haus Romanow. Gleich nach seinem Machtantritt kam es zur Begegnung zwischen dem Zaren und dem preußischen Königspaar, die die Grundlage für ein langjähriges Bündnis bis hin zu den Befreiungskriegen bildet und das 1805 in Potsdam am Sarg Friedrichs des Großen durch einen Schwur beider Herrscher bekräftigt wird. Aber Friedrich Wilhelm zögert, in den Krieg gegen Frankreich einzugreifen. Währendessen erringt Napoleon in der sog. Dreikaiserschlacht bei Austerlitz einen Sieg über Österreich und Rußland Ein jahrelanger Streit war um das Kurfürstentum Hannover entbrannt, auf das Frankreich und Preußen immer wieder Ansprüche gestellt hatten. Schließlich besetzt 1806 Preußen unter dem Herzog von Braunschweig das Kurfürstentum, daraufhin erklären Schweden und England Preußen den Krieg. Napoleon aber führt insgeheim mit England Verhandlungen über eine Rückeroberung Hannovers. Preußen verfügt die Mobilmachung seines Heeres, zu dem auch das Kurfürstentum Sachsen sowie der thüringische Herzog Carl August von Sachsen Weimar ihre Truppen beisteuern. Die preußisch-sächsische Verbündetenarmee steht unter dem Kommando des Generals Fürst von Hohenlohe-Ingelfingen, der in Jena sein Hauptquartier bezieht. Gleichzeitig befindet sich die preußische Hauptarmee des Herzogs von Braunschweig im Raum Sömmerda - Apolda - Dornburg. Die Truppen bewegen sich Richtung Westen. Die französische Armee kommt aus Richtung Bamberg nach Thüringen. Im Oktober kommt es zum Gefecht eines preußisch-sächsischen Flankenkorps unter General Tauentzien mit den Franzosen, Tauentzien muss nach Jena zurückweichen. Bei Saalfeld wird der Kommandeur der preußisch-sächsischen Avantgardedivision Prinz Louis Ferdinand von Preußen tödlich verletzt. Die Verbündetenarmee konzentriert sich bei Jena, das Hauptquartier befindet sich in Kapellendorf. Das Hauptquartier der Preußen ist in Weimar, dann Auerstedt. Napoleon ist in Gera, dann in Jena. Er schickt an Friedrich Wilhelm einen Brief mit einem Friedensangebot, den dieser aber zu spät erhält. Am 14. Oktober 1806 beginnt die Schlacht bei Jena und fast zeitgleich bei Auerstedt. Der Oberkommandierende der preußischen Armee der Herzog von Braunschweig wird tödlich verwundet. König Friedrich Wilhelm gibt den Befehl zum Rückzug, die Truppen geraten in Verwirrung und Auflösung. Napoleon zwingt die sächsichen Offiziere zur Kapitulation. Die preußische Festung Petersberg in Erfurt ergibt sich ebenfalls mit 10.000 Mann. Napoleon wird in Weimar von der Herzogin Luise von Sachsen-Weimar-Eisenach empfangen, die auf ihn großen Eindruck macht. Das Herzogtum schließt bald darauf Frieden mit Frankreich und tritt dem Rheinbund bei. Ein Waffenstillstandsangebot des preußischen Königs lehnt Napoleon ab. Er verfolgt die Preußen und zieht Ende Oktober in Berlin ein, während Friedrich Wilhelm nach Königsberg und dann nach Memel flieht. Im Jahre 1807 kommt es in Ostpreußen zu weiteren Kämpfen zwischen preußischen und französischen Truppen, wobei diesmal Soldaten des Scharfschützenbataillons Sachsen-Weimar bei der Belagerung der Festung Kolberg auf französischer Seite stehen. In der Schlacht bei Friedland besiegt Napoleon das russische Heer und schließt mit Rußland den Frieden von Tilsit. 1808 findet in Erfurt der Fürstenkongreß statt, bei dem sich Napoleon und Goethe begegnen.
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