Friederike Haller

 Herakles im Asyl


 Erzählung  
 
 Über Herakles in der antiken Mythologie

 
 
Nach einer grausamen Tat muss Herakles aus seiner Heimat fliehen und gelangt ins Land der Phaiaken. Zwar wird er dort gastlich aufgenommen, aber zumindest der Schiffsbauer Naubolides hat mit dem Helden irgendetwas vor. Nach einem Fest wird Herakles beschuldigt, das Mädchen Melite missbraucht zu haben, doch er kann sich an nichts mehr erinnern. Nichtsdestotrotz wird er zu einer schweren Arbeit verdonnert, an der alle vor ihm gescheitert sind. Während er sich nach Kräften abmüht, versucht ein anderer, ihm alles zu verderben, es ist der mächtige Flussgott Aigaios. Und was, beim Zeus, hat Melite mit dem zu tun?

 
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Herakles in der antiken Mythologie


  Für Herakles gibt es einen sehr komplizierten und wohl auch teilweise konstruierten Stammbaum, mit der Tendenz, auf Perseus zu verweisen, den Sohn von Zeus und der Danae. Perseus zeugte mit Andromeda den Alkaios.

Alkaios ist der väterliche, Elektryon der mütterliche Großvater des Herakles. Sthenelos ist der Vater seines Feindes Eurystheus (alle drei werden auch die ältesten Perseiden genannt). Sehr früh verband man den Perseus-Stammbaum mit dem des Pelops, dem Sohn von Tantalos und Namensgeber von Peloponnes.

Herakles' väterlicher Großvater Alkaios ist mit der Pelops-Tochter Lysidike vermählt (es gibt aber mindestens noch drei andere Gattinnen des Alkaios). Ihrer beider Sohn ist Amphitryon.

Die Tochter von Elektryon (Herakles Großvater mütterlicherseits) ist Alkmene. Der Sohn von Amphitryon und Alkmene ist Herakles, der nach seinem Großvater auch manchmal der Alkide genannt wird. Meistens werden Amphitryon und Alkmene zu den Argivern (also von Argos stammend) gerechnet.

Es gibt auch Hinweise, dass die Heimat sowohl von Amphitryon als auch von Alkmene Mittelgriechenland, im besonderen Theben ist. Alkmene wird in Theben in Form eines Steines verehrt, was auf ein hohes Alter des Kultes schließen lässt.

Während Amphitryon im Krieg ist, kommt Zeus in dessen Gestalt und schläft mit Alkmene. In derselben Nacht kommt Amphitryon zurück und schläft ebenfalls mit seiner Gattin. Ihr werden zwei Söhne (Zwillinge) geboren: Herakles und (der sterbliche) Iphikles. Diese Ereignisse sind Vorlage für viele Komödien, von denen die berühmtesten Plautus' "Amphitruo" und Heinrich von Kleists "Amphitryon" sind.

Herakles' Geburt wird nach Argos oder nach Theben verlegt. Hera (Zeus' Ehefrau), die zeitlebens nicht gut auf den Helden zu sprechen ist, schickt zwei Schlangen in seine Wiege, die ihn töten sollen, aber Herakles erwürgt sie. Da tritt der Seher Teiresias auf und prophezeit die künftigen Heldentaten.

In einem, wahrscheinlich von Hera verursachten Wahnsinnanfall tötet Herakles seine eigenen Kinder und bedroht den Vater. Nach einem Bericht des Apollonios geht Herakles nach dem Mord in das Land der Phaiaken, um seine Seele zu reinigen.

Die Tat motiviert auch die Buße, die Herakles tun muss und dem König Eurystheus dient. Diese Arbeiten sind unter dem Titel Dodekathlos (die zwölf Taten) überliefert. Im einzelnen sind das:


Der Nemeische Löwe

Nach Hesiod ist der Löwe von Orthos mit der Echidna gezeugt und ein Bruder der thebanischen Sphinx. Hera zieht ihn groß und setzt ihn in Nemea ab, wo er in einer Höhle haust. Da er unverwundbar ist, erwürgt ihn Herakles mit bloßen Armen. Er zieht ihm das Fell ab und legt es sich als Mantel um, den Schädel benutzt er als Helm.


Die Lernaiische Hydra

Sie ist eine Wasserschlange mit mehreren Köpfen in den Sümpfen von Lerna. Die Göttin Athena berät Herakles, der die Hydra gemeinsam mit seinem Neffen Iolaos mit dem Schwert tötet.


Der Erymanthische Eber

Er haust auf dem Erymanthos. Herakles soll ihn lebend fangen und nach Mykene bringen. Er treibt den Eber durch Rufe in tiefen Schnee in die Enge, fängt ihn mit einer Schlinge und trägt ihn auf den Schultern fort.


Die Hindin

Eine Hirschkuh mit goldenem Geweih. Herakles tötet sie und stiftet das Geweih dem Tempel der Artemis Oinoatis auf dem argivischen Artemision. Nach einer anderen Version soll er sie lebend fangen. Da sie sehr sehr flink ist, verfolgt Herakles sie ein ganzes Jahr lang. An dem Fluss Ladon verwundet er sie mit einem Pfeil, woraufhin Apollon und seine Schwester Aertemis erscheinen, die ihm Vorwürfe macht; Herakles schiebt alles auf Eurystheus.


Die Stymphaliden

Sie sind gefräßige (auch menschenfressende) Raubvögel, die ihre Federn gleich Pfeilen abschießen können. Herakles soll sie aus Stymphalos vertreiben, wobei die größte Schwierigkeit darin besteht, sie aus den finsteren Wäldern aufzuscheuchen. Herakles vertreibt sie durch Lärm, manchmal mit ehernen Klappern von Athena oder dem Schmiedegott Hephaistos.


Der Stall des Augeias

Eine Lokalsage aus Elis, die zuerst bei dem Dichter Pindar erzählt wird. Augeias ist der "Strahlenmann", aus dessen Augen es strahlt wegen seines Reichtums an Gold und Rinderherden. Herakles soll den Stall ausmisten. Er leitet dazu einen Fluss durch den Stall. Augeias weigert sich allerdings, den Lohn zu entrichten. Der Wortbruch ist Grund für den Krieg der Dorer (für welche Herakles steht) gegen die Eingeborenen.


Der Kretische Stier

Auch er ist ein Symbol für die Eroberung von Kreta durch die Dorer. Herakles fängt ihn lebend, aber Hera sorgt dafür, dass er ihm auf dem griechischen Festland entwischt. Dort macht er Lakonien, Arkadien und Attika unsicher, bis ihn Theseus später einfängt und opfert.


Die Rosse des Diomedes

Diomedes ist ein Sohn von Ares und der Pyrene. Er besitzt menschenfressende Rosse. Herakles wirft den Tieren ihren eigenen Herrn zum Fraß vor, danach werden sie zahm und er führt sie zu Eurystheus. Diese Rosse sind Urgeschlecht für eine wertvolle Züchtung, die noch Alexander der Große besitzt.


Der Gürtel der Amazone

Diese Reliquie zeigte man im Heraion in Mykenai. Admete, die Tochter von Eurystheus begehrt ihn. Über seine Beschaffenheit und Aussehen gibt es nur dürftige Hinweise. Auf der Amazonenfahrt spielt v.a. Telamon eine hervorragende Nebenrolle, womöglich war auch Theseus dabei.


Geryoneus

Er ist ursprünglich eine Figur aus der Unterwelt. Dort ist er ein Hirte der Rinderherde des Unterweltsgottes und deshalb immer schwer gerüstet. Ihm zur Seite ist der Hund Orthos, der Doppelgänger des Kerberos. Herakles tötet den Orthos und treibt dann die Herde fort, wird aber dabei von Geryoneus erwischt, den er ebenfalls tötet und die Rinder aufs Festland schafft. Später wurden die Hin- und vor allem die Rückfahrt stark ausgeschmückt, Herakles kommt dabei bis nach Libyen, zu den Skythen, nach Sizilien, nach Gallien oder auch an die Rhone-Mündung in der Gegend von Arles.


Der Kerberos

Eurystheus verlangt von Herakles, dass er den Höllenhund auf die Erde heraufholt. In der "Odyssee" sagt Herakles, dass dies die schwerste Aufgabe gewesen sei und er sie nicht ohne Hermes und Athena erfüllt hätte. Auf den Darstellungen führt Herakles meist den Kerberos in Ketten fort. Er bringt ihn, nachdem er ihn Eurystheus gezeigt hat, wieder zurück in die Unterwelt.


Die Äpfel der Hesperiden

Die Hesperiden sind (schönsingende) Nympen im Westen, meistens in Sizilien lokalisiert. Sie bewachen die Äpfel, die einst die Allmutter Erde der Hera zum Hochzeitsgeschenk gemacht hatte und die ewige Jugend und Unsterblichkeit verleihen. Es gibt zwei Versionen: entweder Herakles pflückt die Äpfel selbst oder er beauftragt den Atlas damit, während er solange für ihn das Himmelsgewölbe trägt. Die Hesperiden verwandeln sich aus Trauer über den Verlust in Bäume: eine Pappel, eine Ulme, eine Weide.




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